Pumpenauswahl für die chemische Industrie

Pumpenauswahl für die chemische Industrie


Kriterien, Trends und Herausforderungen

Die chemische Industrie zählt heute zu den anspruchsvollsten Industriezweigen. Steigende Umweltauflagen, höhere Anforderungen an den Arbeitsschutz sowie die Notwendigkeit unterbrechungsfreier Prozesse machen die Auswahl der richtigen Industriepumpe längst zu einer strategischen Entscheidung – nicht nur zu einer technischen. Pumpen sind ein zentraler Bestandteil dieser komplexen Prozesslandschaft. Deshalb empfiehlt es sich, auf erfahrene Spezialisten zu setzen, die neben allen technischen Parametern auch anwendungsspezifische und individuelle Lösungen berücksichtigen.

Der Wandel in der chemischen Industrie

Weltweit befindet sich die Chemiebranche im Umbruch. Insbesondere in Europa verschärfen sich regulatorische Anforderungen, etwa im Zusammenhang mit möglichen Beschränkungen von PFAS-Verbindungen (per- und polyfluorierte Alkylsubstanzen), die bisher häufig in chemisch hochbeständigen Werkstoffen eingesetzt werden. Gleichzeitig investieren Chemieunternehmen verstärkt in Automatisierung, reduzieren manuelle Eingriffe und erhöhen die Sicherheit ihrer Prozessanlagen.

Vor diesem Hintergrund müssen auch Nebenaggregate wie chemikalienbeständige Pumpen heute deutlich mehr leisten als nur Förderaufgaben zuverlässig zu erfüllen.

Was ist bei der Auswahl einer Chemiepumpe entscheidend?

An erster Stelle steht die Werkstoffverträglichkeit. Eine Chemiepumpe muss korrosiven, toxischen oder chemisch reaktiven Medien dauerhaft standhalten. Ebenso relevant sind:

Tapflo Vermeidung von Leckagen und Minimierung des Austrittsrisikos,

Tapflo Sicherer Betrieb und einfache Wartung,

Tapflo Beständigkeit gegen Trockenlauf und schwankende Prozessbedingungen,

Tapflo Einhaltung geltender Normen und Zertifizierungen wie ATEX, REACH oder FDA – je nach Anwendung.

atex

In vielen chemischen Anlagen ist zudem ein sicherer Betrieb in explosionsgefährdeten Bereichen unerlässlich. Pneumatisch betriebene Membranpumpen wie die Tapflo TB-Serie ermöglichen dank entsprechender Zertifizierung den sicheren Einsatz in ATEX-Zonen. Da AODD-Pumpen mit Druckluft betrieben werden und ohne elektrischen Antrieb auskommen, bieten sie zusätzliche Betriebssicherheit.

Warum chemische Membranpumpen?

Membranpumpen zählen zu den sichersten Förderlösungen für die chemische Industrie. Durch den Verzicht auf eine mechanische Gleitringdichtung wird das Risiko von Leckagen deutlich reduziert und der Kontakt des Bedienpersonals mit aggressiven Medien auf ein Minimum begrenzt. Daraus ergeben sich in der Praxis folgende Vorteile:

Tapflo Geringeres Risiko chemischer Verletzungen für Mitarbeitende,

Tapflo Weniger zusätzlicher Bedarf an Sicherheitseinrichtungen,

Tapflo Einfachere Diagnose und Instandsetzung bei blockierter Druckleitung,

Tapflo Schadloser Stillstand bei geschlossenem Auslassventil.

chemical diaphragm pump

Darüber hinaus eignen sich Tapflo Membranpumpen besonders für Medien mit wechselnder Viskosität sowie Feststoff- oder Sedimentanteilen. Je nach Werkstoffausführung sind Betriebstemperaturen bis 110 °C möglich. Dank flexibler Membranen und pneumatischem Antrieb arbeiten sie auch bei dynamisch wechselnden Prozessparametern stabil und zuverlässig. Typische Anwendungen sind das Fördern konzentrierter Säuren und Laugen, galvanischer Medien, CIP-Chemikalien sowie aggressiver Prozessreagenzien.

Aggressive Medien als Herausforderung für Prozessanlagen

Unter aggressiven Medien versteht man Flüssigkeiten oder Gemische, die aufgrund ihrer chemischen, korrosiven oder reaktiven Eigenschaften hohe Anforderungen an Anlagenkomponenten stellen. Dazu zählen insbesondere:

Tapflo Salpetersäure (HNO₃),

Tapflo Schwefelsäure (H₂SO₄),

Tapflo Salzsäure (HCl),

Tapflo Phosphorsäure (H₃PO₄),

Tapflo Natriumhydroxid (NaOH),

Tapflo Kaliumhydroxid (KOH),

Diese Stoffe kommen unter anderem in Syntheseprozessen, der Oberflächenbehandlung sowie in Reinigungs- und Neutralisationsprozessen zum Einsatz. Die Aggressivität eines Mediums hängt dabei von mehreren Faktoren ab – etwa vom pH-Wert, Oxidationsmitteln, Lösungsmitteln, Temperatur oder Konzentrationsschwankungen im Prozess.

Pump selection for the chemical industry

In diesem Zusammenhang bezeichnet der Begriff aggressive Prozessreagenzien Chemikalien, die in bestimmten Produktionsschritten eingesetzt werden, um chemische Reaktionen auszulösen, aufrechtzuerhalten oder gezielt zu unterstützen. Obwohl sie nicht immer Bestandteil des Endprodukts sind, stehen sie häufig über längere Zeiträume in direktem Kontakt mit der Prozessanlage. Ihr zyklischer oder kontinuierlicher Einsatz stellt hohe Anforderungen an die eingesetzte Technik – insbesondere hinsichtlich Materialbeständigkeit, thermischer Stabilität und langfristig reproduzierbarer Betriebsparameter. Dies ist vor allem bei Anwendungen von Bedeutung, bei denen sich Zusammensetzung sowie physikalisch-chemische Eigenschaften des Fördermediums dynamisch verändern.

Deshalb ist die Wahl aller medienberührten Werkstoffe entscheidend. PTFE-Pumpengehäuse in Kombination mit PTFE-, EPDM- oder FKM-Membranen bieten hohe chemische Beständigkeit und sicheren Betrieb auch bei erhöhten Temperaturen. Solche Pumpenkonfigurationen bewähren sich besonders dort, wo Zuverlässigkeit und Materialkompatibilität unverzichtbar sind.

Einsatzbereiche von Membranpumpen in anspruchsvollen Chemieprozessen

In Chemieanlagen weltweit sind Tapflo-Membranpumpen zu einem festen Bestandteil von Anlagen im Bereich Batterierecycling, chemische Verarbeitung und Metalloberflächenbehandlung geworden. In einer Produktionsstätte für Batteriematerialien werden mehrere Dutzend T800- und T400-Membranpumpen in PEP-Ausführung eingesetzt, um dichte Suspensionen zu Filterpressen zu fördern, wo die Trennung von Flüssigkeit und Feststoffen stattfindet. In Batterierecyclinganlagen unterstützen verschiedene Tapflo-Membranpumpenserien, darunter die Modelle T400, T200 und T100 in unterschiedlichen Materialausführungen, aufeinanderfolgende Prozessstufen – vom Umgang mit Säuren und Laugen über das Fördern von Prozessschlämmen bis hin zum Fördern gereinigter Lösungen. In der Metalloberflächenbehandlung unterstützen Tapflo-AODD-Pumpen gemeinsam mit CTV-Kreiselpumpen, die Regenerationsprozesse von chemischen Bädern, bei denen verbrauchte Lösungen gefiltert und in den Prozess zurückgeführt werden. Entscheidend sind dabei Medienbeständigkeit, leckagefreier Betrieb und kurze Wartungszeiten.

Zuverlässigkeit und einfache Bedienung in anspruchsvollen chemischen Anwendungen

Im täglichen Betrieb chemischer Anlagen stehen Zuverlässigkeit, Bedienkomfort und Sicherheit im Vordergrund. Tapflo Membranpumpen bestehen aus vergleichsweise wenigen Komponenten, was Wartung und Service deutlich vereinfacht. Für Instandhaltungsteams bedeutet das robuste Lösungen mit geringerem Wartungsaufwand und reduzierten Stillstandszeiten. Für Wartungstechniker bedeutet dies Lösungen, die nicht nur gegenüber aggressiven Medien beständig sind, sondern auch ohne aufwendige Wartungsmaßnahmen auskommen und dazu beitragen, Stillstandszeiten auf ein Minimum zu reduzieren. Dank ihres einfachen Funktionsprinzips, der dichtungslosen Bauweise und ihrer Trockenlauffähigkeit erfüllen Membranpumpen diese Anforderungen besonders effizient. Sie bieten ein hohes Maß an Sicherheit und ein kalkulierbares Betriebsverhalten – auch unter wechselnden Prozessbedingungen.

Bei der Auswahl der richtigen Pumpe für die chemische Industrie sollten nicht nur die Eigenschaften des Fördermediums betrachtet werden. Ebenso wichtig sind Serviceverfügbarkeit, Reaktionsgeschwindigkeit im Supportfall sowie Wartungsfreundlichkeit. Die Zusammenarbeit mit einem erfahrenen Hersteller wie Tapflo ermöglicht Lösungen, die Betriebsabläufe vereinfachen, die Anlagensicherheit erhöhen und auch bei aggressiven Medien dauerhaft zuverlässig arbeiten.

Suchen Sie eine Pumpe für aggressive Chemikalien? Schauen Sie sich unser Produktportfolio an